28.08.12, Dienstag: nach der Musikschule sind wir nach Rīga gefahren, um das Handballtraining anzugucken. Vorher wurde aber noch Papierkram abgearbeitet. Also haben wir schonmal mein Bankkonto eingerichtet. Vorher waren wir für meine Gastmutter aber noch in einem großen, großen Stoffoutlett. Sie brauchte irgendeinen altrosanen Stoff für einen Klienten. Es hat eewig gedauert, bis wir das richtige gefunden haben, aber da waren super schöne Stoffe in allen Farben und Arten. Aber meine Gastmom kann auch einfach super gut schneidern. Sie macht aus nix richtig coole Sachen!
Also dann quer durch Rīga. Ganz schön groß! Ab zum Handball. Es ist so, dass in ganz Lettland 6 weibliche Handballteams existieren. Eines davon in Rīga. Bisher war die jüngste von ihnen 18, jetzt bin ich es. Das Team ist wirklich nett (auch wenn ich bisher nur 4 kennengelernt habe, weil nie mehr beim Training waren) und meinten auch gleich, dass sie nicht so professionell sind. Es spielen auch 2 deutsche Medizinstudentinnen mit, von denen ich schon eine kennengelernt habe. Der Trainer ist ein wenig merkwürdig macht aber die meisten Übungen mit.
Danach sind wir ins alfa, die größte Shoppingmall Rīgas, haben mir eine neue sim-Karte zugelegt (ich bin also nicht mehr unter meiner alten Nummer erreichbar) und haben ein bisschen was eingekauft. Normalerweise bringt mein Gastvater immer alles möglich aus Deutschland mit aber das nötigste wird dann auch mal hier gekauft. Der Supermarkt war sehr modern und riesig, aber eigentlich nicht viel anders als in Deutschland...
29.08.12, Mittwoch: 3 Stunden lang hat mein neuer Direktor mich und 2 AFS-Thais zugetextet. Zwar ist die Schule größtenteils naturwissenschaftlich orientiert, doch war das wählen keine leichte Sache: entweder waren die Klassen schon voll oder man konnte sie nicht wählen wegen den Fremdsprachen. Und dann musste man halt gucken ob da in der 10, 11 oder 12 noch was frei ist, wobei 12 eigentlich gar nicht zur Sprache kam, also eher ob man in die 10 oder 11 will und ob da noch was frei ist und ob das überhaupt geht. Meine Wahl ist dann auf schließlich auf eine 10. Klasse gefallen.
Also ich bin mal wieder in der 10E. Wie mein Stundenplan aussieht, weiß ich aber noch nicht.
So und jetzt mal zu dem Thema deutsche Schüler in der Heringsdose. Mein Klassenraum ist einer der größten, weil er von irgendwem finanziell unterstützt wurde. Wir sind glaube ich 36 Schüler:
Ich weiß nicht, obs so gut zu erkennen ist, aber er ist verdammt klein! Und die, die die beiden Stühle in der letzten Reihe links abkriegen, haben echt ein Problem!
Aber sonst ist die Schule ganz cool! Sehr zentral:

links mit dem Dom und rechts sieht man ein bisschen Rathaus. Die Schule wurde frisch renoviert, mit natürlich der günstigsten Farbe, wie z.B. auch die Turnhalle der Sportakademie. Unten befindet sich ein kleines Schwimmbad (12,50m) und in den Pausen kann ich mich in ganz Rīga rumtreiben! :)
Wenn noch was an dem Tag war, hab ichs vergessen. Er war so schon lag genug.
30.08.12, Mittwoch: Früh gings los. In einen Schreibwarenoutlett. Ziemlich versteckt, aber das sind die Geschäfte hier häufig, wenn sie nicht in einer Mall sind. Schmale Gänge mit bis zur Decke voll gestopften Regalen. Da haben wir auch eine Cousine meiner Gastschwester und ihre neue thailändische Gastschwester, die ich noch vom Arrival Camp kannte, getroffen. Beim bezahlen wurde dann bemerkt, dass ich und Vissa Austauschschüler sind (hier laufen sonst keine Asiaten rum) und der nette Kassierer hat uns dann sofort allen ein Stück bester lettischer Schokolade in die Hand gedrückt und sich total gefreut und die Schokolade ist nur für Austauschschüler...
Schulbücher und lettische Kinderbücher zum Sprachelernen wurden auch noch gekauft. Danach ging es ins Kino. Es war Ze-Day. Immer der letzte Donnerstag im Monat, wo der Eintritt noch billiger ist. Und da war grooßes Spektakel, weil irgendein Schulprojekt da ganz viel filmt und Popcornlauf veranstaltet. Geguckt haben wir dann "Ted" und zwar auf Englisch mit russischem und lettischem Untertitel.
Ziemlich bald danach konnte ich mich auch schon auf den Weg zum Training machen. Da ich im Feierabendverkehr einmal quer durch Rīga muss, hat das gute 1 1/2 Stunden gedauert. Allerdings habe ich einen etwa 40 Jahre alten weltreisenden Australier namens Phil kennen gelernt, der seit ein paar Jahren in Lettland wohnt und irgendwas an irgendeiner Uni macht. Er hat mich angesprochen und gefragt ob ich lettisch lerne, da er den Zettel mit der Aufschrift "pulkstenis" an meiner Uhr, den ich zum Vokabellernen benutze. Wir haben uns dann super nett unterhalten, über die Letten, Lettland
und Unterschieden zwischen verschiedener Kulturen. Er hat u.a. schon in Michigan, Florida und Thailand gewohnt. Was wir alles so über Lettland festgestellt haben könnte ich hier natürlich auch noch hinschreiben, aber der Post ist schon so lang und ich werde es in irgendwann in meiner neuen Rubrik "Latvian Way of Life" näher erleutern ;)
Training war sau anstrengend und ich hab gemerkt, dass ich drei Monate lang nicht wirklich viel Sport gemacht hab. Dafür hat unsere Kapitänin mir und der deutschen Studentin so Quarkzeugs in die Hand gedrückt ("That keeps you fit"), lettische Spezialität auf die meine Gastschwester voll steht! Ich wollte dann eigentlich auch früh ins Bett, aber dann wurde noch mein Outfit für den ersten Schultag zusammengestellt, also bin ich dann doch erst um halb 12 ins Bett gekommen...Auf jeden Fall habe ich jetzt Muskelkater am Rücken nach einer langen Woche.
Zum Glück ist heute ein freier Freitag und es duftet schon wieder nach Thaifood. :)
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bis bald!

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