Freitag, 14. Dezember 2012

Velti draugu meklet ej...

Ich hab mich jetzt ja schon ziemlich lange nicht mehr zu Wort gemeldet, liegt einfach daran, dass grad einfach zu viel passiert, als dass ich das ein einen Blogeintrag packen könnte, also hab ich das immer weiter aufgeschoben. Das letzte Lebenszeichen war so ziemlich mein Artikel in der Bremervörderzeitung, den vielleicht ein paar von euch gelesen haben. Der war allerdings damals auch schon zwei Wochen alt :D
Also ich erzähl jetzt einfach mal ein bisschen von dem was mir grad in den Sinn kommt, ich mach im Laufe der Woche noch mal einen neuen Eintrag mit etwas über meinen "Entwicklungsstand" und über meine Schüleraustauscherfahrungen bis Weihnachten. Man ist einfach in einem dauernden Wandel, hat immer etwas an dem man gerade arbeitet. Es gibt super tolle Tage, aber auch genau so viele absolute Scheißtage. Dazu aber dann demnächst mehr ;)
Latvijas nacionala opera
Was fällt mir denn jetzt grade mal so ein... Also vom 11. bis 18. November war lettische Woche, so viel Patriotismus habe ich noch ni erlebt und es war echt toll! An den letzten dieser Tage war auch "Staro Riga", das heißt so viel wie leuchtendes Riga, da wurde das ganze Center beleuchtet und die bekanntesten Gebäude haben richtige Lichtershows gezeigt. 
Am Montag danach sind wir alle zusammen zum Flughafen gefahren, um Bonnie ata zu sagen. Sie ist aus Australien und schon seit Januar letzten Jahres da und soll jetzt gefälligst wieder zurück kommen!! Dann war ich ein paar Tage krank und weiß auch ehrlich gesagt nicht was ich so gemacht hab :D Wenn ichs noch nicht erzählt hab: ich war nochmal in der Oper, Don Giovanni. War ziemlich cool und auf seehr modern gemacht. Durch lettischen und englischen Untertitel hat man dann die Handlung auch komplett verstanden. Irgendwann hat es dann auch angefangen zu schneien, aber so richtig und der Schnee geht jetzt glaub ich auch für Ewigkeiten nicht mehr weg. Die Sonne geht morgens um 9 auf und geht um 15 Uhr dann wieder unter. Bombastisch. Wenn man denn nicht depressiv dabei wird. Zwischen durch war ich dann zusammen mit the mexican AFS vorstellen. So richtig Völkerverständiger und Kulturenbotschafter like. Hujaah! Am achten hatten wir AFS-Weihnachtsball. Also was heißt Ball, es fing mittags an, dann war mehr oder weniger langweiliges lettisches Programm und dann mussten wir Ats, aufgeteilt in Gruppen, ein kleines Stück über Weihnachten vorführen und ein lettisches Gedicht auf dem Schoß eines Weihnachtsmanns vortragen. Und das vor überraschend vielen Leuten! Wir haben so mit den Ats, Betreuern und ein paar Gastfamilien gerechnet, dann finden wir uns auf einmal im 2. Gymnasium super schick mit bestimmt 100 Leuten wieder. Unsre deutsche Gruppe hat eine bekannte Weihnachtsgeschichte über einen Hasen vorgeführt, der seinen Freund den Igel such, aber vom Eichhörnchen gesagt bekommt, der Igel halte Winterschlaf. Eigentlich ziemlich kurz, aber dafür haben wir uns richtige Kostüme gebastelt und uns mächtig blamiert :D Mein Job als Eichhörnchen war es den Hasen auszulachen und mit Nüssen zu beschmeißen. Vielleicht krieg ich ja mal das Video in die Finger...
lettischen Gluhwäin, vor der Ampel rollen und im Busch liegen
Am Mittwoch waren wir dann in der deutschen Botschaft! Eigentlich wollten wir mit allen sechs Deutschen da hin; wir waren dann zu dritt. Ein junger Diplomat hat uns dann von seiner Arbeit erzählt und wir haben über die Unterschiede verschiedener Kulturen diskutiert. Das war schon ziemlich cool, vor allem, wenn man einfach mal die Tür nicht auf kriegt, der liebe Herr Botschafter nur den Weihnachtsbaum fotografiert und man am Ende einfach high ist :D Das hat sich auf jeden Fall gelohnt und für Mai sind wir schon wieder eingeladen :)

Zum Schluss noch ein großes Danke an Oma, dank der ich jetzt endlich wieder haufenweise Kekse hab!!! (Bitte an sie weiterreichen) Und an Tabby :b Die Letten stehen nämlich nicht so auf Adventskalender ;)

Donnerstag, 15. November 2012

Die lettisch Woche - Lāčplēša diena

 
Am Lāčplēša diena, dem 11. November, gedenken die Letten nicht des Endes des ersten Weltkrieges 1918 (wie ja in vielen anderen Ländern), sondern des Sieges über die Bermontians bei der Schlacht von Riga im darauffolgenden Jahr. Lāčplēša ist ein halb-Mensch-halb-Bär-Held aus eine Sage, den die Letten sehr bewundern. Am Tag muss jedes Haus eine Lettlandflagge gehisst haben und am Abend des Lāčplēša diena werden in allen Städten und Dörfern Kerzen und Fackeln entzündet um allen, die je für Lettland gekämpft und gestorben sind, zu gedenken.

Der Lāčplēša diena ist auch gleichzeitig der Beginn der "Lettischen Woche". Das ganze Land ist in rot-weiß-rot getaucht und alle laufen mit einer V-Schleife aus einem Band in Lettlandfarben auf der Brust rum (ich hab mein Victory-Zeichen leider verloren, wen wunderts :D Aber ich trage ja ein Armband von dem Stoff). Der große Platz vor der Freiheitstatue am Rande der Altstadt ist selbst bei dem grad wirklich fürchterlichen Wetter eher rot-weiß als verregnet, jeder Bus, jede Tram, jede Laterne, einfach alles ist mit diversen Lettlandflaggen geschmückt und weckt in jedem ganz schönen Patriotismus. Am Sonntag ist dann der Höhepunkt! Da feiert Lettland nämlich seinen 94. Geburtstag :) Das hat dann Feuerwerk, Militärparade und einen freien Montag zu folge (und dann ist da ja auch noch dieses super spannende Formel 1 Rennen!! :) ). Dazu kommt auch noch "Staro Rīga" - "Scheinendes Riga", das ganze Stadtzentrum wird beleuchtet und die bekanntesten Gebäude sehen dann ganz besonders aus. Letztes Jahr war die Oper irgendein lebendiger Wasserfall oder sowas.. Ich kann mir das noch nicht so richtig vorstellen, aber werde es mir auf jeden Fall ansehen und dann gibt es auch Fotos!

Sonntag, 4. November 2012

Anna Karenina & Domagoj Duvnjak


Ich hatte jetzt zwar nur eine Woche Herbstferien, aber es fühlt sich so an, als ob ich wochenlang auf Achse war. (Trotzdem viel zu kurz und ich schwör, ich hab keinen Bock auf Schule morgen!) Die meiste Zeit habe ich mit anderen AFS-Austauschschülern verbracht. Zum Beispiel auf der Suche nach Winterklamotten oder im super gemütlichen Teahouse im Herzen Rigas.

Höhepunkt waren allerdings ein Ausflug ins Ballett und zu einem Handballländerspiel!

Verena und ich wollten eigentlich in eine Oper, hat sich dann allerdings herausgestellt, dass wir im Ballett gelandet sind, um genau zu sein im besten, was in der nacionala opera in Riga gespielt wird und die ist eine der besten in ganz Europa. Daran zweifelt man auch keinesfalls, wenn man sich in diesem bombastisch schönem Gebäude befindet! Und auch das Ballett war einfach gut, auch wenn ich von der Handlung nur so viel verstanden habe, dass es ein tragisches Liebesdrama ist und Anna Karenina zu oft die Kleider wechselt, was dem Verständnis der Geschichte nicht gerade beiträgt... Da das ganze für mich allerdings nur umgerechnet 3,50€ gekostet hat, wird jetzt auf jeden Fall noch ganz viel anderes angeguckt und vorher die Stückbeschreibung durchgelesen.

Und am Wochenende sind wir mit dem "Fan"bus nach Dobele, der Handballmetropole, wenn mans denn bei der hiesigen Anzahl an Handballkennern so nennen kann, gefahren. Also der Bus war gerade mal halbvoll und in der Halle waren vielleicht 2 bis 300 Menschen. Uns wurde versprochen, dass das Spiel gut wird, denn schließlich ist es das einzige, für das man bezahlen muss (3€ Spiel, 4€ Busfahrt). Zusehen bekommen haben wir dann das EM-Qualifikationsspiel Lettland gegen Kroatien. Lettland ist am Anfang sogar 2, 3 Tore in Führung gegangen und konnte einigermaßen gut mit halten, aber am Ende stand es dann 23:32 für die Kroaten. Auch wenn die Halle noch so klein war, war es Ohrenbetäubend laut, wenn die Letten mal was gutes hingelegt haben und es hieß, sie haben für ihre Leistung echt gut gespielt. Wir saßen in der VIP Lounge, das war aber nicht absichtlich, wir haben unsern eigentlichen Block nicht gefunden. Die Letten werden von Deutschen gesponsort. Ich bin auch irgendwie ganz stolz das ich da mit hin war und die Letten anfeuern konnte :D Hoffentlich haben wir gegen die Slovaken eine Chance, wenn sie im März wieder nach Dobele kommen.

Freitag, 26. Oktober 2012

Iesvētības & erster Schnee!



SCHNEEEEE!!!!! :) Ja, ich freu mich wie die Thais und Südamerikaner, die noch gar nie nie Schnee gesehen haben, aber es ist das perfekte Ferienstartwetter! Sturm, Hagel, Regen, Schnee, noch mehr Sturm! Nichts gibts schöneres als im Bett unterm Fenster zu sitzen, Schokolade zu futtern, Harry Potter zu hören und dabei den Regen gegen die Scheibe peitschen hören und ab und zu eine kühle Brise durch das nicht ganz so energiesparende Fenster spühren! :) Tee

Dann war heute auch noch Iesvētības in meiner Schule. Das heißt übersetzt Bestätigung und ist eine Art Aufnahmeritus der an vielen Schulen mit Gymnasialer Oberstufe durchgeführt wird. Aufs Gymnasium kann man ab der 7., die meisten kommen aber von Schulen außerhalb ab der 10. Klasse auf meine Schule (die Gymnasien in Riga sind mit Nummern betitelt, ich geh aufs dritte und das ist sogar besser als das zweite! :D ). Dementsprechen müssen die 10. Klässler dann auch mal richtig in die Schule aufgenommen werden! Das gestaltet sich wie folgt: die 12. Klässler denken sich ein Thema aus. Bei uns war es Subkulturen und die 10er mussten sich ihrer "Kultur" entsprechend verkleiden und eine Fahne machen. Es gab eine Punk-, Sweety-, Metall-, Rapper-, Emo-, und Hippieklasse. Meine Klasse hats natürlich am besten erwischt: Emos. -.- War aber trotzdem lustig sich so zu verkleiden! Aus Stoffresten ein paar Accessoire basteln, die eh schon kaputte Strumphose mit ein paar Löchern verzieren und an der Socke braucht ich gar nichts ändern, die ist eine perfekte Stulpe! Fertig ist mein Outfit für Halloween. Obwohl es auch ein paar unverkleidete Pussys und verirrte Emopunks (nichts im vergleich zu den "richtigen" Punks) gab, waren wir doch eine ... ... nette ... Truppe, die sich gegenseitig, besonders den Jungs, noch mal schnell die Nägel schwarz lackiert hat.

 
Unsre, jaah, wie solls man nennen... Partnerklasse? Folterklasse?... war auf jeden Fall die 12e. Nach ein bisschen Morgenaerobic (komisch Tanzen, Liegestütze, Kniebeugen) mit allen 10. im verdammt nassen und arschbkalten Areal der Schule, hat uns die 12e zum Okkupationsmuseum, quasi der Eingang zur Altstadt, gebracht und uns dort noch dümmeren Kram machen lassen, und damit wir nicht erfrieren durften wir 4 Mal ums Museum "rennen". Es war rutschig. Und windig. Und die Sicht wurde einem vom Emopony versperrt. Danke 12e. Um das noch zu unterstreichen mussten wir immer und immer wieder "MĒS MILAM DIVPADSMIT E!" Wir lieben die 12e! schreien. Nach einer Stunde endlich ins Warme und ein bisschen Unterricht. Ich weiß ja nicht wie die Lehrer da noch gescheit unterrichten konnten... :

In der Mittagspause mussten wir in zwei großen Gruppen mit verbundenen Händen ein Kilo Instantnudeln aus einem Topf schlabbern. Das fanden sie übrigens auch sehr lustig: Uns mit Klebeband von Kopf bis Fuß bzw. schön um den Schädel und in die Haare zu zu kleben.
Nach noch mal zwei Schulstunden gab es verschieden Spiele, in denen es grundsätzlich darum ging uns irgendetwas sinnlos dummes oder ekliges zu machen. Nichts desto trotz war es schon ganz witzig und ich kann jetzt eindeutig den Tag betiteln, an dem ich die meiste Zeit wie eine Robbe heulend und klatschent auf dem Boden rum gekrochen bin! :)

Mittwoch, 24. Oktober 2012

2. Monat, Post-Arrival-Camp und was sonst noch so passiert

Es wird echt mal wieder Zeit fuer mich zu bloggen (es haeufen sich die Privatnachrichten an ;) ), aber weil ich einfach keine Zeit dazu finde, muss jetzt die Informatikstunde herhalten, da werden sonst eh nur Texte abgeschrieben und Minesweeper gespielt. Aber weder z und y sind hier am richtigen Platz noch ae, oe und ue sin vorhanden, also verzeiht mir gelegentlichen Buchstabensalat...
Am Freitag wurde die 2 Monatsgrenze ueberschritten und das bekannte Heimwehtief hat bei mir zum Glueck nicht eingesetzt. Trotzdem ist hier nicht alles rosig! Mein Lettisch ist immer noch mehr als duerftig, ein gewisser Alltag hat sich eingeschlichen und es ist auch noch nicht so weit, dass ich jemanden aus meiner Klasse als Freund bezeichnen wuerde. Also haenge ich oft mit den anderen Austauschschuelern rum, besonders nach unserem Post Arrival Camp vor einer Woche. Wir waren das Wochenende lang in einer niedlichen Blockhuette in Inčukalns, ~30km vor den Toren Rigas. Neben recht langweiligen Workshops ueber unser Befinden und Betagen in der Gastfamilie wird viel gegessen, gelacht, getanzt und anderes komisches Zeug gemacht. Das ist das beste am ganzen Austauschjahr! Man lernt nicht nur Lettland kennen. Natuerlich wird einem das erste Mal klar, was Deutschland eigentlich fuer einen ist und man lernt auch eine Menge ueber die Kulturen der anderen Austauschschueler hier. Belgien, Tuerkei, Thailand, Mexiko, Venezuela, Deutschland, Italien, Australien und natuerlich Lettland. Jedes Land hat eine andere Mentalitaet und es ist wunderbar, das Zusammentreffen dieser hautnah miterleben zu koennen! Die Deutschen mit einem lautstarken Sketch ueber Bier und Autos stellen zwar einen ziemlich krassen Kontrast zu den Thailaendern in ihren goldenen Trachten und gemaechlichen Volkstanz, aber man fuehlt sich wie eine grosse Familie und wird suechtig nach anderen Laendern und Sitten! Letztes Wochenende, ein Wochenende nach dem Camp, mussten wir uns dann gleich wieder treffen und wenn wir in der naechsten Woche Herbstferien haben kommen wir da auch wieder nicht drum herum ;)

Jetzt habe ich mal wieder ein bisschen Zeit zu überbrücken, bis mein Handballtraining anfängt. Wenn ich mal nicht im Alfa rumhänge, gehe ich in die Bibliothek des Goethe Instituts, wo sie sogar deutsche Tastaturen für die Computer haben :) Allerdings kann ich jetzt trotzdem nicht die Bilder hochladen, wie ichs eigentlich vorhatte. Die werden dann mal später nachgereicht und ich verspreche jetzt wirklich wirklich öfters zu bloggen! Es gibt hier schon so viele Sachen die für mich zur normalität geworden sind, obwohl sie etwas ganz besonderes sind, und ich kann mich im Angesicht zu einem koplett weißen Dokument selten an sie erinnern... Wobei mir da jetzt grade einfällt, dass ich da noch ein paar Notizen in meinem Handy haben müsste..
...
Also erstmal muss mal wieder betont werden, dass ich Riga und besonders die Altstadt einfach liebe! Ich kenn mich da auch schon ganz gut aus, und fühl mich auf keinen Fall mehr wie ein Touri. Um so lustiger ist es dann, mit den andern Austauschschülern Touri-Raten zu spielen. Das geht wirklich besonders gut in einer so Sehenswürdigkeitenreichen Altstadt wie Riga und macht unheimlich Spaß! Als wir am letzten, ziemlich diesigen Sonntagnachmittag über den die Livus Laukums geschlendert sind, sind wir in die Arme einer etwa 20 Mann starke Altherrengruppe, komplett in grün/beige gekleidet, gelaufen sind. mit iPad und Spiegelreflex haben sie ihre Umgebung genau in Augenschein genommen, während ein ebenfalls älterer, männlicher Guid ihnen auf einer wirklich unverständlichen und komplett fremden Sprache etwas erzählt hat. Lustig wie wir sind haben wir uns natürlich total unauffällig unter die Spezie gemischt, bis uns einer der beigen Herren mit unidentifizierbaren Akzent in Englisch gefragt hat, ob wir was verstehen würden. Auf unsere Erklärung des Touriratens hat er nur gelacht und gemeint sie seien aus Finnland. War doch irgendwie klar, oder?

Eine andere lustige Begebenheit von letzter Woche: Es war eigentlich relativ warm, obwohl es schon am Wochenende hätte schneien sollen (was eine tiefe Enttäuschung bei mir hinterlassen hat). Als ich dann nach dem Training in die Dunkelheit rausgetreten bin, hätte ich mich vor begeisterung kaum halten können! Der ganze Parkplatz war voll mit Schnee! Meine Freundensausrufe haben die anderen natürlich angesteckt, bis wir beim Sprung in den "Schnee" entdeckt haben, dass es nur das Licht auf dem feuchten Asphalt war. Na danke! Wenn du mich morgen auch wieder im Stich lässt wein ich, Schnee!

Also drückt mir die Daumen, dass ich morgen ein verschneites Fenster hab, zur Schule muss ich eh nicht, und die ersten Schneebilder werden dann auch live übermittelt! :)

Montag, 1. Oktober 2012

Familienzuwachs!

Da guck ich mal ganz in Ruhe ein bisschen Heute Show da rumpelt das da auf einmal im normalerweise leerem Kinderzimmer neben an! Ja wunderbar hab ich ja ganz vergessen: heute Nacht hat Elli ihr Debüt dem Zimmer, das einzig und allein an meines grenzt! Juhu. Jetzt fragt ihr euch natürlich wer Elli ist. Elli ist das 1 jähre Pflegekind, was seit Freitag letzter Woche hier wohnt. Typisch Pflegekind sieht sie eher aus wire 3, 4 Monate, anstatt wie ein Jahr und ein Monat und auch ihr Könnenststand ist dementsprechend. Süß ist sie auch nicht gerade. Naja nach zwei Tagen war ich schon ignorant genug ihr pünktliches, um 6, 7 Uhr, vor Hunger Geschreie einfach zu überschlafen. und jetzt hab ich sie als Nachbarin. Naja, ich werds überleben. Hoffentlich. Aber sie hat sich hier schon gut eingelebt und ist eine niedliche abwechslung! Zwar sabbert sie die ganze Zeit, weil sie jetzt am laufenden Band zähne krigt, aber sie ist super neugierig und lernt echt schnell. Gleichzeitig mit ihr ist Hannah aus Deutschland für eine Woche zu Besuch gekommen und wir haben ihr schon "silly german stuff" beigebracht! Sie kann jetzt schon schnauben wie ein Pferd :)
Jaah, sonst war ich letzte Woche nicht in der Schule, sondern mit der Comeniusgruppe unserer Schule auf ihren Projektexkursionen, weil wir einen der Schüler aus Deutschland für die drei Tage des Besuches der Partnerschulen aus Polen und Deutschland hier in Riga aufgenommen haben.
Macht das Sinn?! Ich hoffe, ich hab nämlich mal keine so große Lust wieder so viel zu schreiben...
Also, ata und bis zum nächsten Mal! 

Samstag, 22. September 2012

Backe ist kacke...

... macht aber schöne Geräusche! :) Nichts desto Troz macht mir das Handballtraining sehr viel Spaß, auch wenn ich jetzt nach der Schule die 2, 3 Stunden bis zum Training in Riga überbrücke, was zu einem unbremsbaren Konsum von Paprika, Multivitaminsäften und anderen Leckerein beigetragen hab und ich muss echt aufpassen, dass ein Jahr Stadtleben mich nicht vollkommen in den finanziellen Ruin treiben. Ich bin halt ein Landei... Letzten Dienstag hatte unsere Kapitänin Geburtstag und es Torte, Handfeuerwerk und ganz viele Bussis. Der Trainer kann immer noch nicht meinen und Maries Namen (wir sind einfach nur "Germany"), aber der Rest vom Team kann Englisch und übersetzt immer fleißig.
Tja, was gibts sonst noch so neues... Gestern Abend ist neben Hannah (die 2006/2007 die erste Austauschschlülerin in meiner Gastfamilie war und jetzt auf einen einwöchigen Besuch da ist) auch Elisabete angekommen. Sie ist ein ein Jahr altes Pflegekind, was auf unbestimmte Zeit hier wohnen wird. Ich weiß noch nicht ob ich sie süß find oder mag, sie trägt mir zu viel Rosa... Dann waren wir heute in Jelgava, zu Besuch bei meiner ältesten Gastschwester, die dort mit ihrem Mann und der knapp drei jährigen Tochter wohnt und haben uns die Stadt angeguckt. 

Ich habe mittlerweile auch schon gefallen an meinem halbstündigen Schulweg jeden Morgen gefunden. Da ich pardaugava wohne kriege ich jeden Morgen beim Überqueren einer der vielen Brücken nicht nur den schicken Fernsehturm jedes Mal zu Gesicht sondern auch mal ab und zu einen der großen Kreuzfahrtdampfer, die nahe zu direkt in der Stadt ankern, nur etwa 500 Meter bis zur Altstadt. Es ist ganz lustig im Auto auf der großen Straße an der Daugava zu fahren und auf einmal im Schatten eines Schiffes zu stehen, dessen Spitze man nur erahnen kann, weil es so nah ist.

Im Bus macht eine Frau die Ansagen, im Trollibus ein Mann und in der Tram gibt es glaub ich keine. Dem extremen H&M-Zwang konnte ich leider nur ein paar Tage standhalten, aber Verena brauchte ein Oberteil und wenn ich schon mal da bin kann ich auch nach einer Hose gucken.. Tut mir Leid an alle, denen ich eigentlich versprochen hatte mich dem Mainstream zu wiedersetzen und erst in frühestens vier Wochen hinzugehen, aber die Hose ist grün! :)
Was ich mir mit meiner letzten Notiz "7 7" merken wollte, kann ich euch leider auch nicht mehr sagen... Also bis zum nächsten Mal :)

Montag, 17. September 2012

Wen's intressiert...

...dem hab ich hier mal ein kleines Bildchen zusammengestellt, wo ich etwa wohne :D
Mit dem Bus sind es 30 Minuten ins Zentrum Rigas, mit dem Auto so 10-15.


Mir ist das einbisschen zu viel Siedlung, wo ich wohne, aber die nahe Stadt hat auch ihre Vorteile :)


Und das ist ein Sonnenuntergang aus meinem Fenster...
Es gibt jetzt auch eine Seite mit ein paar Bildern, die ich nicht alle in die Posts hauen will, einfach da ^ oben bei "Atteli" nachgucken ;)

Mehr wollt ich eigentlich auch gar nicht, tschö :)

Samstag, 15. September 2012

Schule

Wird Zeit, dass ich mich mal wieder melde, würd ich sagen... 2 Wochen ist mein letzter Post her, ausgenommen jetzt vom "latvian way of life", den ich nach und nach erweiter. Also einfach mal ab und zu da oben ^ bei den Seiten gucken, was ich so alles neues festegestellt habe.
In 2 Wochen kann viel passieren, ist es aber eigentlich nicht. Am Montag war großer Schulbeginn, an dem sich jeder super schick anzieht und die Schule einer Fashionweek gleicht. Der Rektor hält ne Rede, es wird die Nationalhymmne gesungen und dann gehts in die Klasse. Jeder Schüler drückt der Lehrerin ein paar Blumen in die Hand, sie umarmt einen und wie bei Heidi Klum wird *schmatz, schmatz* gemacht. In meiner Klasse sind 33 oder mehr Schüler, davon nur 9 Jungs aber 2 Austauschschüler: Ich und Time, ein AFS-Thailänder, mit dem ich die meiste Zeit abhänge und Riesenkäsekästchen im Unterricht spiele.
Meine Klasse; ich trag eine Bluse, die meine Mom mir extra geschneidert hat. Sorry für den schlechten Scan...
Ich bin in einer 10. Klasse und keiner kennt sich wirklich, weil alle von unterschiedlichen Schulen rund um Riga gekommen sind. Deswegen hatte ich in den ersten drei Tagn Eingewöhung. Sprich: wir haben uns alle einwenig kennengelernt, bloß leider nur auf lettisch wesewegen ich eigentlich um keine Information reicher geworden bin. Am dritten Tag, am Mittwoch, sind wir mit dem Zug an irgendeinen Strand gefahren, zusammen mit den andern 10. Klassen und haben ein Sportfest veranstaltet. Man konnte wählen zwischen Völkerball (allerdings in einer komischen Version, bei der nur die Strohpuppe von außen werfen darf, wer ab ist ist ab und darf der Strohpuppe nur immer den Balljungen machen), Fußball oder irgendeinem Staffelkram. Ich war in der reinen Mädchen Völkerballtruppe und es war eigentlich auch nicht so schlimm, wir haben nähmlich fast alles gewonnnen und es gab Kekse! 
Da seht ihr mein wunderbar gewinnendes Team:

Am Donnerstag ging dann aber richtig Unterricht los. Eine Hälfte meiner Klasse hat das Kunstmodul gewählt, die andere sind alles Doktoren mit Bio und Chemie statt Kunstgeschichte, Zeichen, Komposition und Textildesing. Dann sind wir auch nur noch 20 oder so. Die Lehrer haben ihre Räume, wo die Schüler dann immer hin müssen. Meistens gibt es drei Reihen mit zweier Tischen, die so eng hintereinander stehen, dass man sich kaum hinsetzen kann. Ich habe nur Lehrerinnen und die werden meistens mit "Skolotāja" (Lehrerin) angesprochen und ich weiß auch nur von dreien den Namen. Ich habe immer bis zur 8., 9. Stunde, wobei die 5. immer frei ist, um in der Kantine oder irgendwo in Riga zu essen. Ich und Time bevorzugen "YoYo". Man nimmt sich einen Becher und füllt den mit verschiedensten Yoghurtsorten, Schokolade, Früchten und Gummibärchenzeugs. Das kommt dann auf die Waage und wird nach Gewicht bezahlt. Es ist einfach köstlich!
Jetzt stellt euch mal vor, man geht mit zwei Thais durch Riga, in einen YoYo, unterhält sich auf Englisch und macht lustige Bilder. Man kommt sich vor wie ein rosagestreifeter Orangutan in einem Aquarium, so wie die Leute einen anglotzen, besonders die Sek.I Schüler können einfach nicht aufhören :D So auch gestern, als wir nach der ersten Lettischstunde von AFS mit drei Deutschen und mindestens 10Thais drei Tische gebraucht haben, AFS verbindet eben! Es gibt einfach kaum Ausländer in Lettland, erstrecht keine, die man auch als solche identifizieren kann. Im Vergleich dazu ist in Deutschland wirklich MultiKulti erster Sahne!

In der Schule hab ich aber bisher am meisten zum Staunen entdeckt: Die Mädchen kommen alle mit schickimicki Handtschen an, nur ich geh mit meinem abgewätzten Rucksack hin. Ich hab aber auch nicht das Bedürfnis nach meiner Ankunft an der Schule sofort nach unten zu Gadrobe zu gehen, meine Jacke abzugeben und meine normalen Schuhe gegen Stöckelschuhe zu tauschen. Mir isch des viel zu kalt ohne Jacke, das zieht da überall dermaßen! Time will mir das zwar nicht glauben, aber das ist so! Stunden gehen hier immer 40 Minuten und man hat bis auf die 5. Stunde zwischendurch immer nur 5 oder 10 Minuten Pause. Man unterzeichnet andauernd irgendwelche Regelkenntnisse, denen aber selbst den Lettischkundigen fremd sind. Zweimal die Woche ist Sport, jeweils für eine Schulstunde. Das lohnt zwar nicht so, ist aber eigentlich ganz cool: die Wochen wechseln sich immer ab, in der ersten sind die Jungs Montags im schuleigenen "Pool" (das Ding ist 12m lang und 1,20 tief :D ) im Keller, die Mädchen derzeit in der Aula am Aerobicmachen. Mittwochs sind wir im Keller, die Jungs machen Krafttraining. Nächste Woche werden wir dann beide Stunden in die Halle gehen und ich glaub Basketball oder sowas machen. Die Hälfte der Mädchen schwänzt Sport. Aerobic sieht dann etwa so aus:
Die Lehrerin ist ein durchgedrehtes Tier, was den ganzen Tag Aerobic macht und schon total heiser war! Am Ende war sie so naß, als ob sie grad aus der Dusche käme und das waren nur 20 Minuten! Informatik lief bisher so ab, dass wir irgendeinen Text über Symbole abtippen mussten... In Mathe machen wir Vektoren, die keiner zu verstehen scheint, aber wir haben ja 7 Stunden Mathe in der Woche, das werden die schon packen.
Sonst gibts nicht viel neues, außer dass meine Klavierlehrerin gut ist, ich wahrscheinlich im Schulbasketballteam mitspielen werde und mich Handball so beansprucht, dass das mit dem örtlichen Chor hier nichts wird. Ich werde jetzt versuchen in den Schulchor zu kommen, mit Audition und trallala. Dann hat heute der erste H&M um 11 Uhr morgens in Lettland aufgemacht, in Altriga, in der Nähe meiner Schule und weil wir Nachmittags noch zum AFS mussten, haben wir mal vorbeigeguckt. Da standen schon um  16 Uhr die ersten Mädels, bereit zum Übernachten, auf dem roten Teppich vor dem H&M. Naja, nachts ist es hier ja auch irgendwie nur 5° oder so...

So long, bis zum nächsten Mal!  

Freitag habe ich mich dabei ertappt, wie ich, als ich in den Bus eingestiegen bin, mich nach Nele und den Platz, den sie mir freihält, weil ich doch immer zu spät komme, umgeguckt habe. Da habe ich bemerkt, dass der Bus leer, ich pünktlich und ein neuer Alltag eingekehrt war...

Freitag, 31. August 2012

Ich hab Muskelkater...

So ich versuch dann jetzt hier mal den letzten Post wieder aufzugreifen und euch meine erste Woche weiter zu schildern:
28.08.12, Dienstag: nach der Musikschule sind wir nach Rīga gefahren, um das Handballtraining anzugucken. Vorher wurde aber noch Papierkram abgearbeitet. Also haben wir schonmal mein Bankkonto eingerichtet. Vorher waren wir für meine Gastmutter aber noch in einem großen, großen Stoffoutlett. Sie brauchte irgendeinen altrosanen Stoff für einen Klienten. Es hat eewig gedauert, bis wir das richtige gefunden haben, aber da waren super schöne Stoffe in allen Farben und Arten. Aber meine Gastmom kann auch einfach super gut schneidern. Sie macht aus nix richtig coole Sachen!
Also dann quer durch Rīga. Ganz schön groß! Ab zum Handball. Es ist so, dass in ganz Lettland 6 weibliche Handballteams existieren. Eines davon in Rīga. Bisher war die jüngste von ihnen 18, jetzt bin ich es. Das Team ist wirklich nett (auch wenn ich bisher nur 4 kennengelernt habe, weil nie mehr beim Training waren) und meinten auch gleich, dass sie nicht so professionell sind. Es spielen auch 2 deutsche Medizinstudentinnen mit, von denen ich schon eine kennengelernt habe. Der Trainer ist ein wenig merkwürdig macht aber die meisten Übungen mit.
Danach sind wir ins alfa, die größte Shoppingmall Rīgas, haben mir eine neue sim-Karte zugelegt (ich bin also nicht mehr unter meiner alten Nummer erreichbar) und haben ein bisschen was eingekauft. Normalerweise bringt mein Gastvater immer alles möglich aus Deutschland mit aber das nötigste wird dann auch mal hier gekauft. Der Supermarkt war sehr modern und riesig, aber eigentlich nicht viel anders als in Deutschland...
29.08.12, Mittwoch: 3 Stunden lang hat mein neuer Direktor mich und 2 AFS-Thais zugetextet. Zwar ist die Schule größtenteils naturwissenschaftlich orientiert, doch war das wählen keine leichte Sache: entweder waren die Klassen schon voll oder man konnte sie nicht wählen wegen den Fremdsprachen. Und dann musste man halt gucken ob da in der 10, 11 oder 12 noch was frei ist, wobei 12 eigentlich gar nicht zur Sprache kam, also eher ob man in die 10 oder 11 will und ob da noch was frei ist und ob das überhaupt geht. Meine Wahl ist dann auf schließlich auf eine 10. Klasse gefallen.
Also ich bin mal wieder in der 10E. Wie mein Stundenplan aussieht, weiß ich aber noch nicht.

So und jetzt mal zu dem Thema deutsche Schüler in der Heringsdose. Mein Klassenraum ist einer der größten, weil er von irgendwem finanziell unterstützt wurde. Wir sind glaube ich 36 Schüler:
Ich weiß nicht, obs so gut zu erkennen ist, aber er ist verdammt klein! Und die, die die beiden Stühle in der letzten Reihe links abkriegen, haben echt ein Problem!

Aber sonst ist die Schule ganz cool! Sehr zentral:

links mit dem Dom und rechts sieht man ein bisschen Rathaus. Die Schule wurde frisch renoviert, mit natürlich der günstigsten Farbe, wie z.B. auch die Turnhalle der Sportakademie. Unten befindet sich ein kleines Schwimmbad (12,50m) und in den Pausen kann ich mich in ganz Rīga rumtreiben! :)
Wenn noch was an dem Tag war, hab ichs vergessen. Er war so schon lag genug.

30.08.12, Mittwoch: Früh gings los. In einen Schreibwarenoutlett. Ziemlich versteckt, aber das sind die Geschäfte hier häufig, wenn sie nicht in einer Mall sind. Schmale Gänge mit bis zur Decke voll gestopften Regalen. Da haben wir auch eine Cousine meiner Gastschwester und ihre neue thailändische Gastschwester, die ich noch vom Arrival Camp kannte, getroffen. Beim bezahlen wurde dann bemerkt, dass ich und Vissa Austauschschüler sind (hier laufen sonst keine Asiaten rum) und der nette Kassierer hat uns dann sofort allen ein Stück bester lettischer Schokolade in die Hand gedrückt und sich total gefreut und die Schokolade ist nur für Austauschschüler... 
Schulbücher und lettische Kinderbücher zum Sprachelernen wurden auch noch gekauft. Danach ging es ins Kino. Es war Ze-Day. Immer der letzte Donnerstag im Monat, wo der Eintritt noch billiger ist. Und da war grooßes Spektakel, weil irgendein Schulprojekt da ganz viel filmt und Popcornlauf veranstaltet. Geguckt haben wir dann "Ted" und zwar auf Englisch mit russischem und lettischem Untertitel.
Ziemlich bald danach konnte ich mich auch schon auf den Weg zum Training machen. Da ich im Feierabendverkehr einmal quer durch Rīga muss, hat das gute 1 1/2 Stunden gedauert. Allerdings habe ich einen etwa 40 Jahre alten weltreisenden Australier namens Phil kennen gelernt, der seit ein paar Jahren in Lettland wohnt und irgendwas an irgendeiner Uni macht. Er hat mich angesprochen und gefragt ob ich lettisch lerne, da er den Zettel mit der Aufschrift "pulkstenis" an meiner Uhr, den ich zum Vokabellernen benutze. Wir haben uns dann super nett unterhalten, über die Letten, Lettland
und Unterschieden zwischen verschiedener Kulturen. Er hat u.a. schon in Michigan, Florida und Thailand gewohnt. Was wir alles so über Lettland festgestellt haben könnte ich hier natürlich auch noch hinschreiben, aber der Post ist schon so lang und ich werde es in irgendwann in meiner neuen Rubrik "Latvian Way of Life" näher erleutern ;)
Training war sau anstrengend und ich hab gemerkt, dass ich drei Monate lang nicht wirklich viel Sport gemacht hab. Dafür hat unsere Kapitänin mir und der deutschen Studentin so Quarkzeugs in die Hand gedrückt ("That keeps you fit"), lettische Spezialität auf die meine Gastschwester voll steht!  Ich wollte dann eigentlich auch früh ins Bett, aber dann wurde noch mein Outfit für den ersten Schultag zusammengestellt, also bin ich dann doch erst um halb 12 ins Bett gekommen...Auf jeden Fall habe ich jetzt Muskelkater am Rücken nach einer langen Woche.
Zum Glück ist heute ein freier Freitag und es duftet schon wieder nach Thaifood. :)
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bis bald!

Donnerstag, 30. August 2012

Viel zu tun, viel zu tun...

28.08.12, Dienstag: Musikschule. Das war crazy. Meine Gastmutter und ich sind zur Kunst- und Musikschule hier in der Nähe gegangen. Erst mussten wir ein paar Papiere ausfüllen und eine Kopie vom Reisepass machen (überall muss man hier den Reisepass mitnehmen...) und dann gaanz lange anstehen. Vor uns und hinter uns über all Grundschulkinder mit ihren Eltern. Und meine Gastmutter meinte "Wenn sie sagen singen, dann du singst! Wenn sie sagen spielen, dann du spielst!". Singen.? Ich.? Tut mir Leid, aber ich singe nicht. Ich hab da noch schlechte Erfahrungen aus der Grundschule. Wozu muss ich singen, wenn ich Klavier spielen will? Es nevaru dziedāt. Ich kann nicht singen.  "Du musst proben. Dieses Kind kann singen, dieses auch. Wenn sie sagen singen, dann singst du!" (Eine der Mütter, dessen Kind nun anscheinend singen kann: "Oh, liels paldies, wir werden sehen ;)") Und nach und nach kamen wir dann näher an die Tür und man hörte immer mehr von dem, was da drinnen vorging (die Wände sind hier wirklich überall sehr dünn). Anscheinend muss jeder zu einem Ton auf dem Klavier passend "laaa" machen. Na super. "Wer sind denn "sie"? Wie viele sitzen da?". "Ich glauben funf Lehrerinnen." Hm. Wie viele warens? Acht. Alle Augen auf mich. "Sing! Mach "laa" zu dem Ton!" Fünf Töne dann wars vorbei. "Jetzt spiel was!" Okey, geiler Flügel, aber ich war total außer Übung. Durfte dann ein bisschen "Comptine d'un autre été : I'aprés-midi" (das Lied von "Die fabelhafte Welt der Amelie") und "He is a pirate" anstimmen. Aber eigentlich hat mir gar keiner mehr wirklich zugehört. Die haben sich alle unterhalten. Super Gefühl. Ich wurde dann tatsächlich "angenommen" und hab Montag meine erste Klavierstunde. Auf dem Rückweg meinte meine Gastmutter "Du haben sehr gute Stimme!"
Was?
"Sie waren sehr begeistert von deiner Stimme. Du singen Sopran!"
Ookeey...
"Du kannst mit Liene (Gastschwester) zum Chor gehen. Sopran sind selten!"

So viel dazu.
Ich lass den Post mal kurz, damit ihr ihn diesmal auch alle schafft ;) Ich muss jetzt nämlich gleich los, nach Rīga zum Handballtraining! Yej!!


So long,  Fortsetzung folgt...

Montag, 27. August 2012

Vierter Tag in Lettland



Kaum zu glauben, aber jaah, ich bin schon seit vier Tagen in Lettland.

Noch weniger zu glauben, dass ich noch eine ganze weile hier bleiben werde, aber darüber denk ich gar nicht nach. Nicht, dass ich noch Heimweh kriege...

 

Freitag Mittag bin ich hier nach relativ kurzem Flug aber ewig langem Aufenthalt in Frankfurt gut in Rigas Airport angekommen. Dort wurden wir (7 Deutsche) schon von 3 AFS Freiwilligen und den zwei Belgiern erwartet. Dann gabs erst mal was zu essen. Irgendso süßen Brötchenkram, eine Banane (ja in Lettland gibts Bananen) und was zu trinken. Dann haben wir noch auf einen Türken gewartet und sind dann mit dem Bus nach Riga gefahren. 


Tjaah und dann waren wir in Riga. 
Bild? Gerne doch :D :
Es ist, finde ich, ein Mix aus der Ost-Berlin und dem Vietnam mit diesen ganzen Kabeln da. Dazu muss man aber sagen, dass es hier sogar Busse gibt, die mit Kabel fahren...



Aber Riga kann auch echt schick und modern sein: Wir waren on the top of einer achtstöckigen Shoppingmall und oben auf dem Dach war eine Bar oder auch zwei, alles ganz neu und szenelike... Von dort oben hatte man auch echt eine super Aussicht über Riga:
Mein Lieblingsbild:
Wenn ihr genau hinschaut ist da eine Lettlandflagge, links hinter dem Haus, wie auf echt vielen Häusern.
Dort oben entstanden übrigens auch unsre ersten Halbgruppenbilder, wunderschön:










Nach diesem Trip sind wir dann (naa, könnt ihr es euch schon denken??) essen gegangen! Und zwar in einem echt urigen Restaurant, aber ziemlich groß und es lief traditionelle lettische Musik. Es sah ein wenig so aus wie ein Mittelalterrestaurant in Deutschland. Aber nun genug der Lästereien! Es war echt lecker und die Volunteers meinten, das nicht jedes Restaurant so aussieht sonder auch eher so ein spezial Restaurant ist. Aber die Leute da liefen alle in ihren Trachten rum mit Haarschmuck und so weiter, das sah noch besser aus als ein Dirndel! Insgesamt hab ich halt den Eindruck, dass hier alles sehr bodenständig und ein wenig zurückgeblieben ist (Grüße an Melkhus Besucher aus Thüringen), aber sehr schön! 

Es gibt hier verschiedene Trams: eine ganz alte Art, eine Moorexpress Art und eine, die dem Metronom gleichkommt, nur in pink und ein bisschen kleiner; für die Stadt halt. Auf jeden Fall ist die Tram hire sehr schnuckelig und die Straßen sind meistens auch nicht sehr voll. Dafür befindet sich in Riga ein Park, oder auch mehrere, aber an diesem einem steht auch eine kleine Bühne und eine sinkende-Titanik-Hüpfburg. Sogar eine Kinder-Autofahrenlern-Strecke. Ähnlich wie Autoscooter, nur einfach mitten durch den Park, ohne Strom und in richtigen kleinen Armeeallroundfahrzeugen mit dicken Reifen. Sehr niedlich. Bei diesem Park findet also eine Menge statt. Als wir vom Restaurant zurück gekommen sind, hielten allerlei Männer dort ein großes Schachturnier ab:

Der ganze Platz war voll mit Schachspielern und die beiden Männer dort untern führten ganz vertieft eine rasante Partie. Beide Uhren waren fast auf Null und kaum noch figuren auf dem Feld. Der Rechte spielte auf Zeit, während der andre ununterbrochen auf Angriff ging, das haben wir uns dann angeguckt. Als es dann am Ende schließlich unentschieden stand und sie die Figuren neu sortiert haben, haben uns gleich mal eines der größten Probleme Lettlands vor Augen geführt: 
Eine der Volunteers hat sie auf lettisch angesprochen, um in Erfahrung zu bringen, wie das mit der Uhr jetzt genau funktioniert. Selbst nach dem dritten Versuch hat sie keine Antwort erhalten. Also hat sie es auf russisch probiert und auch tatsächlich eine recht uninformative und unfreundliche Erläuterung bekommen. 
So läuft das hier also mit dem Problem zwischen Russen und Letten. Für alle die es nicht wissen: Lettland war seit dem zweiten Weltkrieg bis 1991 Teil der Sowjetunion. Jetzt gehört es allerdings nicht mehr zu Russland (!!), doch sprechen nur knapp 60% lettisch als Muttersprache, stattdessen aber knappe 40% russisch. Diese weigern sich nun manchmal lettisch zu lernen, oder selbst wenn sie es können, es zu sprechen, da sie meinen Lettland gehöre zu Russland oder irgendsowas. Kompliziert.

Aber der Tag war ja noch lange nicht vorbei: erst haben wir unsre schweren Koffer und Rucksäcke in den dritten Stock von Franks Hostel geschleppt. Die Treppen hättet ihr sehen müssen! Gefühlte 40cm breit und eine Stufe mindestens genau so hoch aber nur halb so tief. Also sehr steil und wir alle mit unsern dicken Taschen :D Unser zehner Mädchenzimmer mit defektem Klo und eiskalter Dusche. Aber direkt vor unserm Zimmer war ein Aufenthaltsbereich mit eingeschalteten Computern und wlan. Allerdings ist Facebook dann doch keine kurze Sache, wie erwartet, da man erstmal auf zich Bildern die Makierte Person identifizieren muss, um sich einloggen zu können...

Nachdem wir die Taschen abgestellt haben ging es dann aber auch schon wieder weiter zum Arrival Camp. Da die 12 Thais allerdings ihren Flug verpasst haben und die Nacht über in Helsinki verbringen mussten konnten wir nicht viel machen außer auf die 4 Italiener warten und natürlich zu essen! Ich weiß nicht mehr was es gab, aber es war lecker und in Styroporschachteln. Da hab ich glatt nochmal drei von verputzt ("You can eat the Thai ones too!"). Da auch die 3 Südamerikaner erst in der Nacht ankommen sollten haben wir also nicht viel andres gemacht außer geredet und gespielt. Und diese Bürowohnung, irgendwie sowas, hatte natürlich wlan. Also doch nicht so schlimm, dass ich nicht in Estland gelandet bin.

Auf dem Rückweg sind wir dann noch mal durch Riga gegangen und konnten dieses bekannte Gebäude fotografieren (ich glaub es ist das Rathaus...) :
Isn't it beautiful?!

Schlafen im Hostel ist ein Abenteur. Besonders wenn man im Stockbett oben schläft... Am nächsten Tag waren dann aber sowohl 2 Venezuelaner, ein Mexiko-Cityaner und 12 wirklich kleine Thailänder im Arrival Camp anzutreffen. Wir haben dann Papierkram gemacht und Vorträge gehört und gegessen! Wieder aus Styroporschachteln, zweimal, aber diesmal hab ich nicht so viel gegessen. Es gab nämlich die ganze Zeit super leckere Kekse! Weil alles auf Englisch ist und nur die Volunteers wirklich gut Englisch sprechen, war das alles ziemlich anstrengend und müde waren wir sowie so. Um so sehr waren wir alle ganz aufgeregt unsre Gastfamilien kennenzulernen und unser neues zu Hause kennen zu lernen. Zwischen vier und sechs Uhr trudelten dann die Familien ein und wir wurden einzelt aus dem großen Raum rausgerufen, haben dann eine kleine Sonnenblume in die Hand gedrückt bekommen und haben zum ersten Mal unsre Gastfamilien getroffen. Das lustigste dabei war, dass die Familie einer Thailänderin eine viel größere Sonnenblume mitgebracht hat und ihr neuer kleiner Bruder gab ihr die große im Tausch zur kleinen. Er ist etwa 3 Jahre alt und sah ziemlich perplex aus :D Soweit dazu, meine Gastfamilie kam um 20 vor 5, damit war ich die zweite Deutsche und insgesamt etwa unter den ersten zehn. Alle haben gehofft unter die letzten zehn zu kommen, um ganz viele Familien zu sehen. Naja was solls. Dafür war ich schon in einer Tankstelle, hab leider beim losziehen eine Niete gehabt und keine Freikarte für das lettische Hockeyteam gewonnen und in einem kleinen Supermarkt. 

Dann endlich im neuen Heim. Echt cooles Haus! Wenn man ins haus reinkommt ist da erstmal eine große Halle über drei stockwerke. Es ist ein bisschen schwer zu erklären, es ist halt so, dass das hier unten rechts mit einem Stockwerk anfängt, dann geht es links in die Mitte und dann rechts wieder höher. Sind also quasi 2 einhalb Stockwerke und man kann alles von der Halle aus einsehen, das ist ziemlich cool! :D
Ich wohne in einem Vorort von Riga, mit ganz vielen gleichaussehenden Häusern und Wohnungen und vielen vielen Kindern. Wer ein Haus hat, hat eigentlich auch einen deutschen Schäferhund. Außer wir, wir haben eine Katze ohne Schwanz. Peach in Schwarz. Dafür ist das Haus grün. 
Mein Gastvater ist wegen der Arbeit im Moment auf den Weg nach Frankreich, also wohne ich mit meiner Gastmutter und zwei von drei Schwestern alleine hier. Meine älteste Schwester ist um die 26, hat eine fast drei Jahre alte Tochter und wohnt nicht mehr zu Hause. Die beiden anderen Töchter schon, sie sind auch über zwanzig und arbeiten bzw. studieren. Aber eigentlich sind immer beide zu Hause, wegen Semesterferien oder schieß mich tot. Es ist normal hier, dass man mit mitte, ende 20 das erste Kind kriegt und sonst zu Hause wohnen bleibt, wenns nicht zu voll wird. Gestern haben wir einen Spaziergang durch mein Dorf hier gemacht, zu Verwandten. Verwandtschaft: sprich alle 8 Omas von X + Cousinen von Y + sämtliche Schwager + Urgroßneffen 45. Grades usw.. Also bei den 5 Verwandten die ich gestern kennengelernt hab, hab ich schon den Überblick verloren. Aber sie waren alle sehr nett und lustig. Auch wenn ich nicht verstanden habe, worüber sie die ganze Zeit geredet haben. Man konzentriert sich die ganze Zeit aufs lettische, um vielleicht was aufzuschnappen und dann ist man super überrascht wenn alle einen auf einmal angucken, weil anscheinend zuvor irgendwas auf englisch oder gebrochenem deutsch zu einem gesagt wurde. Auch mit lettisch wurde es von meiner Gastmutter probiert, aber man ist einfach nicht darauf gefasst angesprochen zu werden. Ich hoffe das wird noch besser und ich kann mein lettisch bis zum Schulanfang in einer Woche aufbessern. Aber da ich mittlerweile der 7. Austauschschüler in dieser Familie bin, glaube ich, dass sie wissen, wie sie mir ein bisschen helfen können. Gerade eben zum Beispiel hat meine Gastmom mir das größte Wörterbuch was ich je gesehen hab in die Hand gedrückt, weil ich mir ein Kinderbuch aus dem Schrankgenommen habe, um es ein bisschen drin rum zublättern. "Das, und das. Jetzt du kannst lernen!" oder so ähnlich.
Also versuch ich heute ein bisschen lettisch zu lernen. Es regnet hier nämlich so stark, dass die ganze Auffahrt überflutet ist. Und das war gestern noch nicht so! Heute stehen aber auch noch keine Pläne an. Erst morgen werden wir dann die Musikschule besuchen und beim Handballtraining der Sportakademie in Riga zu gucken, da ich da vielleicht mitspielen werde. Schulbesuch steht dann Mittwoch an und Donnerstag ist im Kino "Ze diena". Kino für n Appel und Ei, weils das ja so schon nicht ist... 

So jetzt hab ich ja doch recht viel geschrieben, herzlichen Glückwunsch, wenn du es bis hier hin ausgehalten hast! Ich les es auf jeden Fall nicht mehr!

Atā un uz redzēšanos!