Freitag, 31. August 2012

Ich hab Muskelkater...

So ich versuch dann jetzt hier mal den letzten Post wieder aufzugreifen und euch meine erste Woche weiter zu schildern:
28.08.12, Dienstag: nach der Musikschule sind wir nach Rīga gefahren, um das Handballtraining anzugucken. Vorher wurde aber noch Papierkram abgearbeitet. Also haben wir schonmal mein Bankkonto eingerichtet. Vorher waren wir für meine Gastmutter aber noch in einem großen, großen Stoffoutlett. Sie brauchte irgendeinen altrosanen Stoff für einen Klienten. Es hat eewig gedauert, bis wir das richtige gefunden haben, aber da waren super schöne Stoffe in allen Farben und Arten. Aber meine Gastmom kann auch einfach super gut schneidern. Sie macht aus nix richtig coole Sachen!
Also dann quer durch Rīga. Ganz schön groß! Ab zum Handball. Es ist so, dass in ganz Lettland 6 weibliche Handballteams existieren. Eines davon in Rīga. Bisher war die jüngste von ihnen 18, jetzt bin ich es. Das Team ist wirklich nett (auch wenn ich bisher nur 4 kennengelernt habe, weil nie mehr beim Training waren) und meinten auch gleich, dass sie nicht so professionell sind. Es spielen auch 2 deutsche Medizinstudentinnen mit, von denen ich schon eine kennengelernt habe. Der Trainer ist ein wenig merkwürdig macht aber die meisten Übungen mit.
Danach sind wir ins alfa, die größte Shoppingmall Rīgas, haben mir eine neue sim-Karte zugelegt (ich bin also nicht mehr unter meiner alten Nummer erreichbar) und haben ein bisschen was eingekauft. Normalerweise bringt mein Gastvater immer alles möglich aus Deutschland mit aber das nötigste wird dann auch mal hier gekauft. Der Supermarkt war sehr modern und riesig, aber eigentlich nicht viel anders als in Deutschland...
29.08.12, Mittwoch: 3 Stunden lang hat mein neuer Direktor mich und 2 AFS-Thais zugetextet. Zwar ist die Schule größtenteils naturwissenschaftlich orientiert, doch war das wählen keine leichte Sache: entweder waren die Klassen schon voll oder man konnte sie nicht wählen wegen den Fremdsprachen. Und dann musste man halt gucken ob da in der 10, 11 oder 12 noch was frei ist, wobei 12 eigentlich gar nicht zur Sprache kam, also eher ob man in die 10 oder 11 will und ob da noch was frei ist und ob das überhaupt geht. Meine Wahl ist dann auf schließlich auf eine 10. Klasse gefallen.
Also ich bin mal wieder in der 10E. Wie mein Stundenplan aussieht, weiß ich aber noch nicht.

So und jetzt mal zu dem Thema deutsche Schüler in der Heringsdose. Mein Klassenraum ist einer der größten, weil er von irgendwem finanziell unterstützt wurde. Wir sind glaube ich 36 Schüler:
Ich weiß nicht, obs so gut zu erkennen ist, aber er ist verdammt klein! Und die, die die beiden Stühle in der letzten Reihe links abkriegen, haben echt ein Problem!

Aber sonst ist die Schule ganz cool! Sehr zentral:

links mit dem Dom und rechts sieht man ein bisschen Rathaus. Die Schule wurde frisch renoviert, mit natürlich der günstigsten Farbe, wie z.B. auch die Turnhalle der Sportakademie. Unten befindet sich ein kleines Schwimmbad (12,50m) und in den Pausen kann ich mich in ganz Rīga rumtreiben! :)
Wenn noch was an dem Tag war, hab ichs vergessen. Er war so schon lag genug.

30.08.12, Mittwoch: Früh gings los. In einen Schreibwarenoutlett. Ziemlich versteckt, aber das sind die Geschäfte hier häufig, wenn sie nicht in einer Mall sind. Schmale Gänge mit bis zur Decke voll gestopften Regalen. Da haben wir auch eine Cousine meiner Gastschwester und ihre neue thailändische Gastschwester, die ich noch vom Arrival Camp kannte, getroffen. Beim bezahlen wurde dann bemerkt, dass ich und Vissa Austauschschüler sind (hier laufen sonst keine Asiaten rum) und der nette Kassierer hat uns dann sofort allen ein Stück bester lettischer Schokolade in die Hand gedrückt und sich total gefreut und die Schokolade ist nur für Austauschschüler... 
Schulbücher und lettische Kinderbücher zum Sprachelernen wurden auch noch gekauft. Danach ging es ins Kino. Es war Ze-Day. Immer der letzte Donnerstag im Monat, wo der Eintritt noch billiger ist. Und da war grooßes Spektakel, weil irgendein Schulprojekt da ganz viel filmt und Popcornlauf veranstaltet. Geguckt haben wir dann "Ted" und zwar auf Englisch mit russischem und lettischem Untertitel.
Ziemlich bald danach konnte ich mich auch schon auf den Weg zum Training machen. Da ich im Feierabendverkehr einmal quer durch Rīga muss, hat das gute 1 1/2 Stunden gedauert. Allerdings habe ich einen etwa 40 Jahre alten weltreisenden Australier namens Phil kennen gelernt, der seit ein paar Jahren in Lettland wohnt und irgendwas an irgendeiner Uni macht. Er hat mich angesprochen und gefragt ob ich lettisch lerne, da er den Zettel mit der Aufschrift "pulkstenis" an meiner Uhr, den ich zum Vokabellernen benutze. Wir haben uns dann super nett unterhalten, über die Letten, Lettland
und Unterschieden zwischen verschiedener Kulturen. Er hat u.a. schon in Michigan, Florida und Thailand gewohnt. Was wir alles so über Lettland festgestellt haben könnte ich hier natürlich auch noch hinschreiben, aber der Post ist schon so lang und ich werde es in irgendwann in meiner neuen Rubrik "Latvian Way of Life" näher erleutern ;)
Training war sau anstrengend und ich hab gemerkt, dass ich drei Monate lang nicht wirklich viel Sport gemacht hab. Dafür hat unsere Kapitänin mir und der deutschen Studentin so Quarkzeugs in die Hand gedrückt ("That keeps you fit"), lettische Spezialität auf die meine Gastschwester voll steht!  Ich wollte dann eigentlich auch früh ins Bett, aber dann wurde noch mein Outfit für den ersten Schultag zusammengestellt, also bin ich dann doch erst um halb 12 ins Bett gekommen...Auf jeden Fall habe ich jetzt Muskelkater am Rücken nach einer langen Woche.
Zum Glück ist heute ein freier Freitag und es duftet schon wieder nach Thaifood. :)
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und bis bald!

Donnerstag, 30. August 2012

Viel zu tun, viel zu tun...

28.08.12, Dienstag: Musikschule. Das war crazy. Meine Gastmutter und ich sind zur Kunst- und Musikschule hier in der Nähe gegangen. Erst mussten wir ein paar Papiere ausfüllen und eine Kopie vom Reisepass machen (überall muss man hier den Reisepass mitnehmen...) und dann gaanz lange anstehen. Vor uns und hinter uns über all Grundschulkinder mit ihren Eltern. Und meine Gastmutter meinte "Wenn sie sagen singen, dann du singst! Wenn sie sagen spielen, dann du spielst!". Singen.? Ich.? Tut mir Leid, aber ich singe nicht. Ich hab da noch schlechte Erfahrungen aus der Grundschule. Wozu muss ich singen, wenn ich Klavier spielen will? Es nevaru dziedāt. Ich kann nicht singen.  "Du musst proben. Dieses Kind kann singen, dieses auch. Wenn sie sagen singen, dann singst du!" (Eine der Mütter, dessen Kind nun anscheinend singen kann: "Oh, liels paldies, wir werden sehen ;)") Und nach und nach kamen wir dann näher an die Tür und man hörte immer mehr von dem, was da drinnen vorging (die Wände sind hier wirklich überall sehr dünn). Anscheinend muss jeder zu einem Ton auf dem Klavier passend "laaa" machen. Na super. "Wer sind denn "sie"? Wie viele sitzen da?". "Ich glauben funf Lehrerinnen." Hm. Wie viele warens? Acht. Alle Augen auf mich. "Sing! Mach "laa" zu dem Ton!" Fünf Töne dann wars vorbei. "Jetzt spiel was!" Okey, geiler Flügel, aber ich war total außer Übung. Durfte dann ein bisschen "Comptine d'un autre été : I'aprés-midi" (das Lied von "Die fabelhafte Welt der Amelie") und "He is a pirate" anstimmen. Aber eigentlich hat mir gar keiner mehr wirklich zugehört. Die haben sich alle unterhalten. Super Gefühl. Ich wurde dann tatsächlich "angenommen" und hab Montag meine erste Klavierstunde. Auf dem Rückweg meinte meine Gastmutter "Du haben sehr gute Stimme!"
Was?
"Sie waren sehr begeistert von deiner Stimme. Du singen Sopran!"
Ookeey...
"Du kannst mit Liene (Gastschwester) zum Chor gehen. Sopran sind selten!"

So viel dazu.
Ich lass den Post mal kurz, damit ihr ihn diesmal auch alle schafft ;) Ich muss jetzt nämlich gleich los, nach Rīga zum Handballtraining! Yej!!


So long,  Fortsetzung folgt...

Montag, 27. August 2012

Vierter Tag in Lettland



Kaum zu glauben, aber jaah, ich bin schon seit vier Tagen in Lettland.

Noch weniger zu glauben, dass ich noch eine ganze weile hier bleiben werde, aber darüber denk ich gar nicht nach. Nicht, dass ich noch Heimweh kriege...

 

Freitag Mittag bin ich hier nach relativ kurzem Flug aber ewig langem Aufenthalt in Frankfurt gut in Rigas Airport angekommen. Dort wurden wir (7 Deutsche) schon von 3 AFS Freiwilligen und den zwei Belgiern erwartet. Dann gabs erst mal was zu essen. Irgendso süßen Brötchenkram, eine Banane (ja in Lettland gibts Bananen) und was zu trinken. Dann haben wir noch auf einen Türken gewartet und sind dann mit dem Bus nach Riga gefahren. 


Tjaah und dann waren wir in Riga. 
Bild? Gerne doch :D :
Es ist, finde ich, ein Mix aus der Ost-Berlin und dem Vietnam mit diesen ganzen Kabeln da. Dazu muss man aber sagen, dass es hier sogar Busse gibt, die mit Kabel fahren...



Aber Riga kann auch echt schick und modern sein: Wir waren on the top of einer achtstöckigen Shoppingmall und oben auf dem Dach war eine Bar oder auch zwei, alles ganz neu und szenelike... Von dort oben hatte man auch echt eine super Aussicht über Riga:
Mein Lieblingsbild:
Wenn ihr genau hinschaut ist da eine Lettlandflagge, links hinter dem Haus, wie auf echt vielen Häusern.
Dort oben entstanden übrigens auch unsre ersten Halbgruppenbilder, wunderschön:










Nach diesem Trip sind wir dann (naa, könnt ihr es euch schon denken??) essen gegangen! Und zwar in einem echt urigen Restaurant, aber ziemlich groß und es lief traditionelle lettische Musik. Es sah ein wenig so aus wie ein Mittelalterrestaurant in Deutschland. Aber nun genug der Lästereien! Es war echt lecker und die Volunteers meinten, das nicht jedes Restaurant so aussieht sonder auch eher so ein spezial Restaurant ist. Aber die Leute da liefen alle in ihren Trachten rum mit Haarschmuck und so weiter, das sah noch besser aus als ein Dirndel! Insgesamt hab ich halt den Eindruck, dass hier alles sehr bodenständig und ein wenig zurückgeblieben ist (Grüße an Melkhus Besucher aus Thüringen), aber sehr schön! 

Es gibt hier verschiedene Trams: eine ganz alte Art, eine Moorexpress Art und eine, die dem Metronom gleichkommt, nur in pink und ein bisschen kleiner; für die Stadt halt. Auf jeden Fall ist die Tram hire sehr schnuckelig und die Straßen sind meistens auch nicht sehr voll. Dafür befindet sich in Riga ein Park, oder auch mehrere, aber an diesem einem steht auch eine kleine Bühne und eine sinkende-Titanik-Hüpfburg. Sogar eine Kinder-Autofahrenlern-Strecke. Ähnlich wie Autoscooter, nur einfach mitten durch den Park, ohne Strom und in richtigen kleinen Armeeallroundfahrzeugen mit dicken Reifen. Sehr niedlich. Bei diesem Park findet also eine Menge statt. Als wir vom Restaurant zurück gekommen sind, hielten allerlei Männer dort ein großes Schachturnier ab:

Der ganze Platz war voll mit Schachspielern und die beiden Männer dort untern führten ganz vertieft eine rasante Partie. Beide Uhren waren fast auf Null und kaum noch figuren auf dem Feld. Der Rechte spielte auf Zeit, während der andre ununterbrochen auf Angriff ging, das haben wir uns dann angeguckt. Als es dann am Ende schließlich unentschieden stand und sie die Figuren neu sortiert haben, haben uns gleich mal eines der größten Probleme Lettlands vor Augen geführt: 
Eine der Volunteers hat sie auf lettisch angesprochen, um in Erfahrung zu bringen, wie das mit der Uhr jetzt genau funktioniert. Selbst nach dem dritten Versuch hat sie keine Antwort erhalten. Also hat sie es auf russisch probiert und auch tatsächlich eine recht uninformative und unfreundliche Erläuterung bekommen. 
So läuft das hier also mit dem Problem zwischen Russen und Letten. Für alle die es nicht wissen: Lettland war seit dem zweiten Weltkrieg bis 1991 Teil der Sowjetunion. Jetzt gehört es allerdings nicht mehr zu Russland (!!), doch sprechen nur knapp 60% lettisch als Muttersprache, stattdessen aber knappe 40% russisch. Diese weigern sich nun manchmal lettisch zu lernen, oder selbst wenn sie es können, es zu sprechen, da sie meinen Lettland gehöre zu Russland oder irgendsowas. Kompliziert.

Aber der Tag war ja noch lange nicht vorbei: erst haben wir unsre schweren Koffer und Rucksäcke in den dritten Stock von Franks Hostel geschleppt. Die Treppen hättet ihr sehen müssen! Gefühlte 40cm breit und eine Stufe mindestens genau so hoch aber nur halb so tief. Also sehr steil und wir alle mit unsern dicken Taschen :D Unser zehner Mädchenzimmer mit defektem Klo und eiskalter Dusche. Aber direkt vor unserm Zimmer war ein Aufenthaltsbereich mit eingeschalteten Computern und wlan. Allerdings ist Facebook dann doch keine kurze Sache, wie erwartet, da man erstmal auf zich Bildern die Makierte Person identifizieren muss, um sich einloggen zu können...

Nachdem wir die Taschen abgestellt haben ging es dann aber auch schon wieder weiter zum Arrival Camp. Da die 12 Thais allerdings ihren Flug verpasst haben und die Nacht über in Helsinki verbringen mussten konnten wir nicht viel machen außer auf die 4 Italiener warten und natürlich zu essen! Ich weiß nicht mehr was es gab, aber es war lecker und in Styroporschachteln. Da hab ich glatt nochmal drei von verputzt ("You can eat the Thai ones too!"). Da auch die 3 Südamerikaner erst in der Nacht ankommen sollten haben wir also nicht viel andres gemacht außer geredet und gespielt. Und diese Bürowohnung, irgendwie sowas, hatte natürlich wlan. Also doch nicht so schlimm, dass ich nicht in Estland gelandet bin.

Auf dem Rückweg sind wir dann noch mal durch Riga gegangen und konnten dieses bekannte Gebäude fotografieren (ich glaub es ist das Rathaus...) :
Isn't it beautiful?!

Schlafen im Hostel ist ein Abenteur. Besonders wenn man im Stockbett oben schläft... Am nächsten Tag waren dann aber sowohl 2 Venezuelaner, ein Mexiko-Cityaner und 12 wirklich kleine Thailänder im Arrival Camp anzutreffen. Wir haben dann Papierkram gemacht und Vorträge gehört und gegessen! Wieder aus Styroporschachteln, zweimal, aber diesmal hab ich nicht so viel gegessen. Es gab nämlich die ganze Zeit super leckere Kekse! Weil alles auf Englisch ist und nur die Volunteers wirklich gut Englisch sprechen, war das alles ziemlich anstrengend und müde waren wir sowie so. Um so sehr waren wir alle ganz aufgeregt unsre Gastfamilien kennenzulernen und unser neues zu Hause kennen zu lernen. Zwischen vier und sechs Uhr trudelten dann die Familien ein und wir wurden einzelt aus dem großen Raum rausgerufen, haben dann eine kleine Sonnenblume in die Hand gedrückt bekommen und haben zum ersten Mal unsre Gastfamilien getroffen. Das lustigste dabei war, dass die Familie einer Thailänderin eine viel größere Sonnenblume mitgebracht hat und ihr neuer kleiner Bruder gab ihr die große im Tausch zur kleinen. Er ist etwa 3 Jahre alt und sah ziemlich perplex aus :D Soweit dazu, meine Gastfamilie kam um 20 vor 5, damit war ich die zweite Deutsche und insgesamt etwa unter den ersten zehn. Alle haben gehofft unter die letzten zehn zu kommen, um ganz viele Familien zu sehen. Naja was solls. Dafür war ich schon in einer Tankstelle, hab leider beim losziehen eine Niete gehabt und keine Freikarte für das lettische Hockeyteam gewonnen und in einem kleinen Supermarkt. 

Dann endlich im neuen Heim. Echt cooles Haus! Wenn man ins haus reinkommt ist da erstmal eine große Halle über drei stockwerke. Es ist ein bisschen schwer zu erklären, es ist halt so, dass das hier unten rechts mit einem Stockwerk anfängt, dann geht es links in die Mitte und dann rechts wieder höher. Sind also quasi 2 einhalb Stockwerke und man kann alles von der Halle aus einsehen, das ist ziemlich cool! :D
Ich wohne in einem Vorort von Riga, mit ganz vielen gleichaussehenden Häusern und Wohnungen und vielen vielen Kindern. Wer ein Haus hat, hat eigentlich auch einen deutschen Schäferhund. Außer wir, wir haben eine Katze ohne Schwanz. Peach in Schwarz. Dafür ist das Haus grün. 
Mein Gastvater ist wegen der Arbeit im Moment auf den Weg nach Frankreich, also wohne ich mit meiner Gastmutter und zwei von drei Schwestern alleine hier. Meine älteste Schwester ist um die 26, hat eine fast drei Jahre alte Tochter und wohnt nicht mehr zu Hause. Die beiden anderen Töchter schon, sie sind auch über zwanzig und arbeiten bzw. studieren. Aber eigentlich sind immer beide zu Hause, wegen Semesterferien oder schieß mich tot. Es ist normal hier, dass man mit mitte, ende 20 das erste Kind kriegt und sonst zu Hause wohnen bleibt, wenns nicht zu voll wird. Gestern haben wir einen Spaziergang durch mein Dorf hier gemacht, zu Verwandten. Verwandtschaft: sprich alle 8 Omas von X + Cousinen von Y + sämtliche Schwager + Urgroßneffen 45. Grades usw.. Also bei den 5 Verwandten die ich gestern kennengelernt hab, hab ich schon den Überblick verloren. Aber sie waren alle sehr nett und lustig. Auch wenn ich nicht verstanden habe, worüber sie die ganze Zeit geredet haben. Man konzentriert sich die ganze Zeit aufs lettische, um vielleicht was aufzuschnappen und dann ist man super überrascht wenn alle einen auf einmal angucken, weil anscheinend zuvor irgendwas auf englisch oder gebrochenem deutsch zu einem gesagt wurde. Auch mit lettisch wurde es von meiner Gastmutter probiert, aber man ist einfach nicht darauf gefasst angesprochen zu werden. Ich hoffe das wird noch besser und ich kann mein lettisch bis zum Schulanfang in einer Woche aufbessern. Aber da ich mittlerweile der 7. Austauschschüler in dieser Familie bin, glaube ich, dass sie wissen, wie sie mir ein bisschen helfen können. Gerade eben zum Beispiel hat meine Gastmom mir das größte Wörterbuch was ich je gesehen hab in die Hand gedrückt, weil ich mir ein Kinderbuch aus dem Schrankgenommen habe, um es ein bisschen drin rum zublättern. "Das, und das. Jetzt du kannst lernen!" oder so ähnlich.
Also versuch ich heute ein bisschen lettisch zu lernen. Es regnet hier nämlich so stark, dass die ganze Auffahrt überflutet ist. Und das war gestern noch nicht so! Heute stehen aber auch noch keine Pläne an. Erst morgen werden wir dann die Musikschule besuchen und beim Handballtraining der Sportakademie in Riga zu gucken, da ich da vielleicht mitspielen werde. Schulbesuch steht dann Mittwoch an und Donnerstag ist im Kino "Ze diena". Kino für n Appel und Ei, weils das ja so schon nicht ist... 

So jetzt hab ich ja doch recht viel geschrieben, herzlichen Glückwunsch, wenn du es bis hier hin ausgehalten hast! Ich les es auf jeden Fall nicht mehr!

Atā un uz redzēšanos!